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R. Kelly: Missbrauchs-Prozess gestartet – Kronzeugin ist verstorbene Aaliyah (†22)

R. Kelly steht vor Gericht: Der Musiker muss sich der Anklage der Erpressung und sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen stellen.

R. Kelly als Angeklagter vor Gericht
Antonio Perez/Imago Images

Dem Musiker R. Kelly droht eine jahrzehntelange Haftstrafe. Er steht derzeit vor Gericht und muss sich laut Anklageschrift unter anderem wegen Erpressung und sexueller Ausbeutung von Minderjährigen verantworten. Kronzeugin im Gerichtsverfahren ist seine verstorbene Ex-Frau Aaliyah.

  • R. Kelly steht wegen Erpressung und sexueller Ausbeutung von Minderjährigen vor Gericht.
  • Der Prozess gegen den Sänger hat am 9. August 2021 in New York begonnen – bei Verurteilung drohen ihm mehrere Jahre Haft.
  • Als Kronzeugin beruft sich das Gericht auf Kellys verstorbene Partnerin Aaliyah.

Es ist ein Prozess, der für Aufsehen sorgt. Am Montag, den 9. August 2021, begann in New York das Gerichtsverfahren gegen R. Kelly (54). Der Musiker muss sich laut Anklageschrift der Erpressung und sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen verantworten. Jahrelang soll er gemeinsam mit einem Team von Angestellten Mädchen und Frauen zum Sex gezwungen haben.

Auftakt des Missbrauch-Skandals stellen erste Befragungen potenzieller Geschworener dar. Bevor es am 18. August mit dem Auftaktplädoyer richtig losgehen wird, sollen in den kommenden Tagen an dem New Yorker Gericht im Stadtteil Brooklyn noch zwölf Juroren und sechs Ersatzjuroren gefunden werden. Kronzeugin im Prozess gegen den Sänger ist seine verstorbene Partnerin Aaliyah (†22).

R. Kelly vor Gericht: Der einstige Superstar streitet die Missbrauchs-Vorwürfe ab

Seit seiner Festnahme im Sommer 2019 sitzt R. Kelly im Gefängnis. Mehrere Anträge des Musikers, gegen Zahlung einer Kaution bis Prozessbeginn freizukommen, wurden abgelehnt. Die Vorwürfe, er habe jahrelang minderjährige Mädchen und Frauen zum Sex gezwungen, weist R. Kelly immer wieder vehement zurück. Seinen Kritikern unterstellt er gar eine Rufmord-Kampagne.

Ex-Musiker R. Kelly mit Sonnenbrille
Jose M. Osorio/Imago Images

Unterstützt wird Kelly von seinen Anwälten. Einer von ihnen, Steven Greenberg, äußerte sich bereits 2019 siegessicher und erklärte laut The New York Times:

Herr Kelly ist stark, er hat enorme Unterstützung und er wird sich in all diesen Vorwürfen verteidigen können. Wenn es sein muss in einem Fall nach dem anderen.

Steven Greenberg, Anwalt von R. Kelly laut The New York Times

Im Prozess gegen R. Kelly: 20 Jahre nach ihrem Tod wird Aaliyah zur Kronzeugin

Gerade einmal vierzehn Jahre war Aaliyah alt, als sie gemeinsam mit Musikproduzent R. Kelly an ihrem ersten Album arbeitete. Gerüchte, dass sich die beiden während dieser Zeit auch körperlich näher gekommen sind, machten schnell die Runde. Nur wenige Monate später haben die Nachwuchs-Sängerin und ihr zwölf Jahre älterer Produzent geheiratet. Weil das Alter der damals 15-jährigen Aaliyah in der Heiratsurkunde fälschlicherweise als 18 angegeben wurde, wurde die folglich illegale Eheschließung jedoch wenig später annulliert.

Schon damals kam R. Kelly also zum ersten Mal mit Vorwürfen bezüglich sexueller Beziehungen zu Minderjährigen und illegaler Machenschaften in Kontakt. Kelly wird vorgeworfen, Aaliyah nur heimlich geheiratet zu haben, um zu verhindern, dass sie als seine Ehefrau gezwungen werden kann, wegen ihrer sexuellen Beziehung gegen ihn auszusagen. Nun wird sie, 20 Jahre nach ihrem Tod, unter dem Pseudonym „Jane Doe #1“ zur Kronzeugin im Missbrauchs-Prozess gegen ihren ehemaligen Produzenten. Gegenstand des Verfahrens sei auch die Vermutung der Staatsanwaltschaft, Aaliyah sei von Kelly schwanger geworden.

Missbrauchs-Prozess gegen R. Kelly: Auch Anklagen in anderen Staaten

Vorwürfe gegen den 54-jährigen „I Believe I Can Fly“-Sänger gibt es nicht nur in der US-Metropole New York. Ähnliche Anklageschriften liegen entsprechenden Gerichten auch in den Staaten Chicago und Minnesota vor. Wie The New York Times berichtet, sollen hier auch Pornographie und Sabotage unter die Anklagepunkte fallen.

Der Prozess gegen R. Kelly sollte ursprünglich bereits im Mai 2020 starten. Aufgrund der Corona-Pandemie war der Auftakt jedoch mehrmals verschoben worden. Eineinhalb Jahre später muss sich Kelly nun seiner Verantwortung stellen. Sollte der ehemalige R’n’B-Star verurteilt werden, drohen ihm bis zu zwanzig Jahre Haft.