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Warum ist Australien heute beim ESC 2022 dabei? Heißt das nicht „Eurovision Song Contest“?

© IMAGO / ANP

Der Eurovision Song Contest ist heute Abend für (fast) alle da. So kann seit einigen Jahren auch Australien teilnehmen. Daran haben die australischen ESC-Fans großen Anteil.

  • Australien schickt am heutigen 14. Mai Sheldon Riley ins ESC-Rennen.
  • Down Under nimmt 2022 zum siebten Mal am Eurovision Song Contest teil.
  • Das hängt mit der sogenannten European Broadcasting Union zusammen.

Dieser Gedanke kommt heute Abend sicher dem einen oder anderen ESC-Zuschauer: „Wieso, bitte, ist Australien bei dem Wettbewerb dabei? Heißt das nicht ‚Eurovision Song Contest‘? Also so was mit Europa?“. Die Frage ist berechtigt. Und darauf gibt es auch eine Antwort.

Der Eurovision Song Contest ist schon lange nicht mehr nur für europäische Länder gedacht. So nimmt Australien seit 2015 an dem Musikwettbewerb teil.

Der fünfte Kontinent down under liegt zwar rund 14.000 Kilometer von Europa entfernt. Doch wie es auf „eurovision.de“ heißt, müssen die am ESC teilnehmenden Länder nicht zwingend Teil Europas sein, sondern vielmehr assoziiertes Mitglied der European Broadcasting Union.

Australien heute beim Eurovision Song Contest: ESC dank EBU

Dass Australien von der EBU aufgenommen wurde, hat das Land einer großen Anzahl von australischen ESC-Fans zu verdanken. Denn seitdem der Eurovision Song Contest auch down under übertragen wird – genau genommen seit 1974 – wurden die Rufe nach einer EBU-Mitgliedschaft immer lauter. Damals, Mitte der Siebziger, wurde der Eurovision Song Contest erstmals in Down Under übertragen. In diesem Jahr trat die Australierin Olivia Newton-John (die aus dem Kultfilm „Grease“) für Großbritannien an. Sie belegte gleich einen achtbaren vierten Platz. Seither sind auch die Australier große Fans des Eurovision Song Contents.

Pünktlich zum 60. Jubiläum des ESC war es dann soweit: Australien war offiziell Teil des Musik-Wettbewerbs. Die erste ESC-Teilnahme Australiens in Person von Guy Sebastian (40) wurde 2015 mit dem fünften Platz gekrönt, die ein Jahr später folgende Teilnehmerin Dami Inn erlangte sogar den zweiten Platz. Der letzte australische Beitrag im Jahr 2020 (Montaigne) – 2021 trat Australien coronabedingt nicht an – musste sich mit Platz 20 zufriedengeben. Wie sich der diesjährige Teilnehmer Sheldon Riley (23) schlägt, zeigt sich am 14. Mai, wenn es vielleicht wieder heißt: „Australia, 12 points!“

Wer Australien beim ESC gefährlich werden könnte

Neben Australien stehen 19 weitere Länder im ESC-Finale. Während Sheldon Riley mit „Not The Same“ auf leisere Töne setzt, haut Finnland einen raus. Denn mit The Rasmus mischt eine Alternative-Rock-Band mit, die seit stolzen 28 Jahren Musik macht und 2004 mit „In The Shadow“ einen Welthit landete. Ihr ESC-Song hat es nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich in sich: Er handelt von einer Femme Fatale, die mit einem Hang zu SM-Praktiken Männerherzen bricht.

Apropos: Spanien schickt Chanel (31) ins Rennen, die schon für Shakira (45) tanzte und mit ihrem Twerk-Talent überzeugen soll. Nicht umsonst handelt ihr Lied „SloMo“ von der kunstvollen Bewegung von Becken und Po.

Und was passiert, wenn Australien beim Eurovision Song Contest heute gewinnt?

Wenn Australien heute Abend den Eurovision Song Contest gewinnt, dann würde der ESC 2023 vermutlich wieder in einem europäischen Land stattfinden. Als Australien 2015 zum ersten Mal offiziell an einem Eurovision Song Contest teilnahm, wurde festgelegt: Sollte Guy Sebastian den ESC gewinnen, würde der australische Sender SBS als Co-Gastgeber in einer europäischen Stadt auftreten. In Frage käme vermutlich in erster Linie Großbritannien, das wie Australien zum Commonwealth gehört. Die Queen ist ja auch das Staatsoberhaupt des australischen Kontinents.

Diese Bestimmung widerspricht eigentlich den bisherigen ESC-Regeln. Denn: Der Eurovision Song Contest findet ja immer im Land des Vorjahressiegers statt. Da ein europäischer Wettbewerb aber nicht nach Australien verlagert werden soll, einigte man sich bei der European Broadcasting Union auf diesen Kompromiss.

Das liegt auch an der Zeitverschiebung. So ist die australische Metropole Sydney (wo ein Großereignis wie der ESC wohl stattfinden könnte) Deutschland und Mitteleuropa acht Stunden voraus.

Heißt konkret: Wenn ein ESC in Australien wie üblich um 21.00 Uhr stattfinden würde, wäre es bei uns 13.00 Uhr. Deswegen macht es mehr Sinn, den ESC im Falle eines australischen Sieges in Europa stattfinden zu lassen.